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25. Oktober 2026

Mundtrockenheit im Alter: Ursachen erkennen und Zähne schützen

Zahnarzt im Beratungsgespräch mit einem älteren Patienten

Ein trocke­ner Mund kann Spre­chen, Kauen, Schlu­cken und Schla­fen beein­träch­ti­gen. Gleich­zei­tig steigt das Risiko für Karies, gereizte Schleim­häute, Pilz­in­fek­tio­nen und Probleme mit Zahn­ersatz. Mund­tro­cken­heit ist bei älteren Menschen häufig, sollte aber nicht einfach als unver­meid­li­che Alters­er­schei­nung hinge­nom­men werden.

Mundtrockenheit und Speichelmangel sind nicht dasselbe

Der Fach­be­griff Xerosto­mie beschreibt das subjek­tive Gefühl eines trocke­nen Mundes. Eine Spei­chel­drü­sen­un­ter­funk­tion bezeich­net dagegen eine objek­tiv messbar verrin­gerte Spei­chel­menge. Beides kann gemein­sam auftre­ten, muss es aber nicht. Deshalb gehören die Beschrei­bung der Beschwer­den und eine fach­li­che Unter­su­chung zusam­men.

Wie häufig ist Mundtrockenheit?

Eine 2026 veröf­fent­lichte syste­ma­ti­sche Über­sichts­ar­beit und Meta­ana­lyse wertete 37 bevöl­ke­rungs­be­zo­gene Studien mit insge­samt mehr als 1,6 Millio­nen Menschen ab 50 Jahren aus. Die zusam­men­ge­fasste Häufig­keit subjek­ti­ver Mund­tro­cken­heit lag bei 21 Prozent. Eine objek­tiv verrin­gerte Spei­chel­funk­tion wurde – abhän­gig von der Mess­me­thode – bei etwa 12 bis 13 Prozent fest­ge­stellt.

Die Ergeb­nisse unter­schie­den sich deut­lich zwischen den Studien. Sie zeigen daher keine exakte persön­li­che Wahr­schein­lich­keit, machen aber deut­lich, dass das Problem häufig ist und unter­schied­lich gemes­sen werden muss.

Welche Ursachen kommen infrage?

Zu den mögli­chen Auslö­sern gehören Medi­ka­mente, zu geringe Flüs­sig­keits­auf­nahme, Mund­at­mung, bestimmte Allge­mein­erkran­kun­gen, Bestrah­lun­gen im Kopf-Hals-Bereich oder Erkran­kun­gen der Spei­chel­drü­sen. Häufig wirken mehrere Fakto­ren zusam­men.

Medi­ka­mente dürfen wegen Mund­tro­cken­heit nicht eigen­stän­dig abge­setzt oder verän­dert werden. Sinn­voll ist eine gemein­same Prüfung der Beschwer­den durch Zahn­ärz­tin oder Zahn­arzt und – falls erfor­der­lich – die behan­delnde Haus- oder Fach­arzt­pra­xis.

Wie lassen sich Zähne und Schleimhäute schützen?

  • regel­mä­ßig Wasser trinken, sofern medi­zi­nisch nichts dage­gen­spricht,
  • Zähne gründ­lich mit fluo­rid­hal­ti­ger Zahn­pasta reini­gen,
  • zucker­hal­tige Getränke, Bonbons und häufige süße Snacks vermei­den,
  • alko­hol­freie Mund­pfle­ge­pro­dukte bevor­zu­gen, wenn Alkohol zusätz­lich reizt,
  • Prothe­sen sorg­fäl­tig reini­gen und Druck­stel­len kontrol­lie­ren lassen,
  • indi­vi­du­ell empfoh­lene Kontroll- und Prophy­lax­ein­ter­valle einhal­ten.

Je nach Ursache können Spei­chel­er­satz­mit­tel, stimu­lie­rende Maßnah­men oder zusätz­li­che Fluo­rid­an­wen­dun­gen erwogen werden. Die Alters­zahn­me­di­zin berück­sich­tigt dabei Allge­mein­erkran­kun­gen, Medi­ka­mente, Motorik und vorhan­de­nen Zahn­ersatz. Ergän­zend hilft die profes­sio­nelle Prophy­laxe, indi­vi­du­elle Risi­ko­be­rei­che im Blick zu behal­ten.

Wann ist eine Untersuchung sinnvoll?

Wenn Mund­tro­cken­heit über längere Zeit besteht, nachts regel­mä­ßig weckt, das Schlu­cken erschwert oder neue Karies, Brennen und Schleim­haut­ver­än­de­run­gen auftre­ten, sollte die Ursache abge­klärt werden. Auch schlecht sitzen­der Zahn­ersatz oder wieder­keh­rende Pilz­in­fek­tio­nen können mit einem trocke­nen Mund zusam­men­hän­gen.

Fazit: Mund­tro­cken­heit ist häufig, aber behan­del­bare Ursa­chen und wirk­same Schutz­maß­nah­men können über­se­hen werden. Die Unter­schei­dung zwischen subjek­ti­vem Trocken­heits­ge­fühl und messbar redu­zier­tem Spei­chel­fluss hilft, die nächs­ten Schritte sinn­voll zu planen.

Quelle und Evidenzstatus

Gerodon­to­logy, online 17.05.2026 / Ausgabe Septem­ber 2026, PMID 42144904. Syste­ma­ti­sche Über­sichts­ar­beit und Meta­ana­lyse von 37 bevöl­ke­rungs­be­zo­ge­nen Studien. Aussa­ge­kraft: sehr große zusam­men­ge­fasste Popu­la­tion; deut­li­che Hete­ro­ge­ni­tät und Unter­schiede der Mess­ver­fah­ren begren­zen die Über­trag­bar­keit auf Einzel­per­so­nen.

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